Zahlen, Zahlen, Spaß haben

Rückersdorf. Für manche sind Zahlen etwas völlig Unverständliches, für andere üben sie eine ungemeine Faszination aus. Das Problem dabei: Wichtig sind Zahlen, wichtig ist die Mathematik für uns alle ein Leben lang. Ob wir sie mögen oder nicht. Die mathematischen Kompetenzen deutscher Schüler, quer durch alle Bundesländer, Schulformate und Altersgruppen sind seit Jahren rückläufig. Neue Methoden, neue Ansätze, neue Modelle sind gefragt, um die Leidenschaft für das Mathematische wieder zu wecken. Schon vor vielen Jahren führte die Rückersdorfer „Mathematiklehrerikone“ Bärbel Panzner den „Sinustag“ ein und bis heute erfreut er sich einer beständigen Beliebtheit unter Rückersdorfer Grundschülern. Einen kompletten Schultag geht es jahrgangsübergreifend, an verschiedenen Orten der Schule und vielfältigen Stationen, oft mit einem sehr praktischen und lebensnahen Bezug und monothematisch nur um Mathematik. Das diesjährige Thema, am Ende der Methodenwoche (1. Schulwoche), war das Thema „Maß/Maße“. Es ging um Längen, Gewichte, Flächeninhalte, Uhrzeiten, Geld … halt alles, wo hinter der Zahl noch eine Maßeinheit kommt. Und das Team um Fachkonferenzleiterin Ute Günther hatte sich ordentlich was einfallen lassen, was die Kinder alles vermessen konnten. Zollstock, Waage, Maßband, das waren an diesem „Sinustag“ die Hauptwerkzeuge der Schülerinnen und Schüler. Sporthalle, Flure, Klassen- und Fachräume waren die „Experimentierorte“ und überall herrschte von Anfang an ein produktives Gewusel. Wer mit wem in einem Team war, bestimmte das Los und so wurden Jahrgänge, Interessen, Beziehungen und Geschlechterrollen aufgelöst und jeder Schüler, jede Schülerin konnte mit seinen Interessen, Neigungen und Fähigkeiten in seinem Team seinen Beitrag leisten. Ein riesiger, positiver, sozialer „Nebeneffekt“, neben der ganzen Mathematik. So kann es gehen. Am Ende des „Sinustages“ fanden sich alle Schülerinnen und Schüler wieder auf dem oberen Flur ein und auf die Frage, „Wie hat euch denn heute der Tag gefallen?“, gingen 99.99 Prozent der Kinderdaumen nach oben. Ja! Mathematik kann richtig Spaß machen!

Verfasser:
Herr Pötzsch, Lehrkraft