Ein Blick in die Vergangenheit

Am 23. September 2026 war es endlich so weit: Die Klasse 3a der Grundschule Rückersdorf machte sich auf den Weg zu einem ganz besonderen Ausflug. Mit bester Laune und voller Vorfreude machten wir uns um acht Uhr auf den Weg nach Lindena zum Bauernmuseum. Reichlich eine Stunde wanderten wir durch die herbstliche Landschaft. Das schöne, sonnige Wetter begleitete uns auf dem gesamten Weg, sodass die Wanderung für alle ein echter Genuss war.

Im Bauernmuseum wurden wir von Frau Boden und ihren freundlichen Helfern herzlich empfangen. Nach einem kurzen Frühstück, bei dem wir neue Kraft tankten, begann eine spannende Führung durch das Museum – und die sollte uns in eine ganz andere Zeit entführen. Frau Boden nahm uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Sie erklärte uns lebendig und anschaulich, wie die Bauern früher lebten und arbeiteten. Wir durften einen Blick in die gute Stube werfen, die zu besonderen Anlässen genutzt wurde, schauten in den Schlafraum und staunten über die alte Küche, in der täglich das Essen zubereitet wurde. Besonders faszinierend waren die Dinge des täglichen Lebens. Ein altes Bügeleisen sorgte für große Augen: Schwer wie ein Stein lag es in den Händen – und trotzdem durfte jedes Kind es einmal halten! Kaum vorstellbar, dass die Menschen früher damit täglich ihre Wäsche glätteten.

Nach der Führung durch die Räume des Museums wartete eine köstliche Überraschung auf uns: Das Team des Bauernmuseums hatte selbst Waffeln gebacken, die es für alle Kinder gab. Warm, duftig und unglaublich lecker – die selbstgebackenen Waffeln waren zweifellos ein Höhepunkt des Tages und versüßten uns den Übergang zum nächsten, ganz besonderen Programmpunkt.

Wir zogen in die historische Schulstube des Bauernmuseums ein und tauchten ein in den Schulalltag von ungefähr 1916. Doch bevor der Unterricht beginnen konnte, mussten wir uns erst verwandeln. Die Mädchen bekamen eine Schürze, die Jungen einen Matrosenkragen – und schon sahen wir aus wie echte Schülerinnen und Schüler von damals!

Frau Boden schlüpfte in die Rolle der strengen Lehrerin. Zunächst wurde es ernst: Sauberkeit der Hände und ordentlich gekämmte Haare wurden gewissenhaft kontrolliert. Dann erklärte sie uns die strengen Regeln des damaligen Unterrichts – wie man sich zu melden hatte, dass man beim Antworten aufzustehen hatte, und welche Strafen es bei Fehlverhalten gab. Der Rohrstock, den Frau Boden dabei zeigte, ließ so manchen von uns mit den Augen rollen. Wie gut, dass das heute nicht mehr so ist! Als nächstes bekam jedes Kind einen neuen, alten Namen zugeteilt. Aus modernen Vornamen wurden plötzlich Ewald, Grete und andere Namen vergangener Zeiten – das sorgte für viel Gelächter und gute Stimmung in der Klasse. Dann begann der Unterricht nach altem Vorbild. Zuerst stand Rechnen auf dem Stundenplan, dann Naturkunde – und zum Abschluss kam die größte Herausforderung des Tages: Wir schrieben auf echten Schiefertafeln mit Griffeln und lernten die Sütterlinschrift kennen, die in deutschen Schulen bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gelehrt wurde. Jedes Kind durfte seinen eigenen Namen in dieser geschwungenen, alten Schrift schreiben. Das war gar nicht so einfach – aber alle haben es geschafft und waren mächtig stolz auf das Ergebnis!

Nach dem Unterricht verabschiedeten wir uns herzlich von Frau Boden und ihrem Team. Bevor es heimging, blieb noch ein bisschen Zeit zum freien Spielen auf dem Spielplatz des Dorfes – eine willkommene Gelegenheit, um die vielen Eindrücke des Tages zu verarbeiten und noch einmal ordentlich Dampf abzulassen. Die Rückfahrt zur Schule traten wir schließlich bequem mit dem Linienbus an.

Mit leuchtenden Augen und vielen neuen Geschichten im Gepäck kamen wir an der Schule an. Der Ausflug ins Bauernmuseum Lindena hat uns auf wunderbare Weise gezeigt, wie anders – und wie anstrengend – das Leben und die Schule vor über hundert Jahren waren. Ein herzliches Dankeschön geht an Frau Boden und ihr gesamtes Team für die mitreißende Führung, den unvergesslichen Schulstunden-Ausflug in die Vergangenheit und natürlich für die köstlichen Waffeln!

Verfasserin:
Frau Weber, Klassenlehrerin